Ryanair und andere Billigairlines benützen unseren Lebensraum „for free“ und gefährden unsere Gesundheit

NEWS fragte am 14.08.2024: Wie konnte Ryanair Europa erobern?

Die Antwort: Durch maximale Kostenexternalisierung – die Rechnung dafür begleichen wir.

News am 14.08.2024

„ … Das Geheimnis von Ryanair sind Kosten, Kosten, Kosten. Nur wenn wir unsere Kosten unter Kontrolle haben, können wir unseren Passagieren günstige Preise anbieten“, erklärt Andreas Gruber, Chef von Laudamotion und bei Ryanair für Österreich verantwortlich. Mit 34 Euro Betriebskosten je Passagier (ohne Treibstoffkosten) liegt Ryanair heute deutlich vor den anderen Billiganbietern; Wizz kommt auf rund 47 Euro, EasyJet auf 79 Euro. Rein in den Flieger, raus aus dem Flieger – alles muss so rasch wie möglich gehen, um die Jets kurz am Boden zu halten. Dazu kommt eine hohe Auslastung (zuletzt bei rund 94 Prozent) und Nutzung von Flughäfen, die günstiger sind: In London fliegt Ryanair traditionell nach Stansted, nicht nach Heathrow oder Gatwick. …“

Die Ryanair ist ein Musterbeispiel für die maximale Externalisierung von Kosten. Nach der Übernahme der Lauda im Jahr 2019 schloss sie sofort die Gesellschaft in Österreich, um Steuern und Sozialabgaben zu sparen. Die Ryanair betreibt die Flugzeugbasen in Österreich aus Irland, das bekanntlich ein Niedrigsteuerland ist. Die große Flugzeugbasis am Flughafen Wien (Marktanteil 21%) wird ohne adäquate Personalanstellung in Österreich betrieben. Die Flugzeuge sind in Malta registriert.

Aber nicht genug: Die Ryanair schert sich nichts um Anrainerschutz und fliegt mit den alten lauten und pfeifenden Laudamaschinen. Und sie ist ein brutaler Nachtflugtreiber. Denn so richtig rechnen tut es sich erst, wenn rund um die Uhr geflogen wird.

Die Wizz (Marktanteil am Flughafen Wien 6,3%) ist auch nicht viel besser. Wie die Ryanair unterhält sie keine Gesellschaft in Österreich und betreibt Sozialdumping und Abgabenvermeidung.

Der Flughafen Wien ist geradezu ein Eldorado für Billigairlines, denn es kostet dort nichts, die Menschen in den An- und Abflugschneisen bei Tag und bei Nacht mit Pfeifen und Dröhnen veralteter Flugzeuge zu überziehen. Und Incentives (Rabatte) kann man am Flughafen Wien auch kassieren, wenn man keine Gesellschaft in Österreich unterhält und die Flugzeugbasis nur „von außen“ betreibt.

Erschwerend kommen die allgemeinen Steuerprivilegien dazu:

  • keine USt auf Tickets für Flüge, die aus Österreich hinausführen
  • keine Kerosinsteuer
  • eine lächerlich geringe Flugabgabe in Österreich.

Für dieses Wirtschaften auf Kosten der Umwelt und Anrainer bezahlen wir mit unserer Lebensqualität und der Gefährdung unserer Gesundheit.